Von Papern, Präsentationen und Workshops

Ich bin mir nicht sicher, wie viel Zeit seit meinem letzten Eintrag hier vergangen ist; es ist auch nicht wirklich viel passiert bzw. es hat sich nicht viel geändert. Das eine Paper hat gerade frisch den Postausgang verlassen, kommt das nächste zum Überarbeiten zurück und das wieder nächste zum Schreiben dazu – was super ist! Ich freue mich riesig über jede Möglichkeit, meine Arbeit vorzustellen, mit anderen zu diskutieren und mir im Feld einen kleinen Platz zu verschaffen.

In den letzten drei Wochen habe ich gleich mehrfach die Gelegenheit bekommen über meinen methodischen Zugang zu meinem Gegenstand, den algorithmischen Formen der Artikulation, zu sprechen. Solche Termine sind immer super intensiv, es wird super viel diskutiert, es werden super viele neue Perspektiven eröffnet und es gibt so viel Input, der mich im ersten Moment zugegebenermaßen immer ein bisschen überfährt. Jetzt ist meine letzte Präsentation zwei Tage her und ich bin immer noch dabei, das Feedback zu überdenken, zu strukturieren und für meine Arbeit und mein methodisches Vorgehen fruchtbar zu machen. Das war die erste Vorstellung meines Dissertationsvorhabens in Präsenz, vor richtigen Menschen, die sich nicht hinter kleinen Kacheln auf dem Laptopmonitor verstecken bzw. hinter der geteilten Bildschirmpräsentation verschwinden. Vorher hatte ich tatsächlich Bedenken, ob mich diese Situation mehr verunsichern würde als das Onlineformat, aber ich muss sagen, dass es viel angenehmer war, die direkten, unmittelbaren Reaktionen der anderen Kolloquienteilnehmer*innen zu sehen.

Nach der Veranstaltung gestern Vormittag, hatte ich gestern Nachmittag das Vergnügen an einem Workshop zu „Learning AI – Creative AI“ mit der KI-Künstlerin Kathi Schulz teilzunehmen. Der Workshop hat sich nicht nur mit der Frage, ob vermeintliche KI Kunst hervorbringen kann, ob sie als kreativ begriffen werden kann, sondern vor allem damit, wie die daraus hervorgehenden Werke aussehen. Im Rahmen des Workshops hat die Künstlerin unterschiedliche eigene Arbeiten vorgestellt, um zu zeigen, wie sie mit KI-Systemen kollaboriert. Dabei nimmt sie vor allem die Frage in den Blick, inwiefern Kunst das Potenzial von digitalen Technologien wie KI erweitern kann, wie sie über ihre eigenen Grenzen hinaus die gesellschaftliche Relevanz der Schnittstelle von Kunst und KI sichtbar machen kann. Im zweiten Teil des Workshops hat die Künstlerin eine Auswahl von Plattformen vorgestellt, die es ermöglichen, ohne Vorkenntnisse, ohne Programmierkenntnisse selbst mit KI kreativ zu werden. Unter anderem Playform, mit deren Hilfe die Bilder in diesem Posting entstanden sind.

Dieser Post verdankt sich der Abwesenheit von Motivation, die notierten Notizen zum Workshop in ordentliche und vor allem brauchbare Feldnotizen zu überführen. Aber irgendwo habe ich mal gesehen, dass es sinnvoll ist, seine Gedanken und Ideen, seine Überlegungen zum (weiteren) Vorgehen zu dokumentieren, um einen möglichst transparenten und nachvollziehbaren Forschungsprozess verzeichnen zu können.